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, Wer stehen bleibt, wird irgendwann vom Letzten überholt

30.10.2014

Ob Provokation oder Realitätsbeschreibung; die folgenden Zeilen mag jeder für sich selbst in eine Schublade einordnen. Gedacht ist es aber auf jeden Fall als Appell in Richtung Landesverband.

Die Oberliga bildet im Jugendhandball die höchste Spielklasse. Lediglich bei den A-Jugendlichen wurde eine Jugendbundesliga eingeführt. Spielt diese im männlichen Bereich in Staffeln, ging der DHB bei den Mädchen einen anderen Weg. Dort starten 24 Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet in zunächst 8 Dreiergruppen. Die jeweils Gruppenersten kämpfen im K.O-System danach um die Deutsche Meisterschaft.

Aus diesem Modus erhoffte man sich eine entscheidend günstigere Kostenkonstellation für die beteiligten Vereine. Diese Rechnung ging auf, denn auch in puncto Leistungsdichte und Werbewirksamkeit/Attraktivität kann sich der weibliche Bereich nicht mit dem männlichen messen lassen.

Der DHB zog die Konzepte sowohl für den männlichen als auch weiblichen Bereich erst vor wenigen Jahren aus dem Hut. Die Landesverbände waren nur rudimentär beteiligt, besaßen daher kaum Einflussnahme auf deren Ausgestaltungsform und wurden teilweise so auch auf dem falschen Bein erwischt.

Denn durchgängig schlüssig ist dieses Konzept nicht!

Die Zeche zahlen zunehmend die beteiligten Mannschaften in den Spielklassen der Landesverbände. So muß teilweise eine doppelte Qualifikation gespielt werden, um für die Saison adäquat eingruppiert zu werden. Terminlich wird die Qualifikation direkt nach der abgelaufenen Saison durchgeführt. Eine vernünftige Erholungsphase, wie bei jeder Sportart unabdingbar, gibt es damit nicht mehr. Eine vernünftige Vorbereitung auf die Qualirunden allerdings auch nicht, spielt man ja mit den neuen Jahrgängen und somit mit neu zusammengestellten Mannschaften.

Darauf haben viele Vereine reagiert, in dem sie bereits ab Weihnachten den Rest der laufenden Saison nutzen, um die neuen Jahrgänge unter Wettkampfbedingungen auf die Quali einzuspielen. Damit ist nicht mehr die Saison sondern die Qualifikation das sportliche Highlight!

In der weiblichen A-Jugend führt das praktizierte Konzept sogar weit größere Facetten zu Tage.

Hier exemplarisch drei Beispiele:

Da spielen Bundesligateams nur sporadisch in Bestbesetzung, Leistungsträger werden lieber  oder primär in Damenleistungsmannschaften eingesetzt, als in der Jugendoberliga, in der sie kaum gleichstarke Gegner auf ihrem Niveau finden. So auch gerade wieder geschehen in der Partie HSG Fockbek gegen den Buxtehuder SV, die die HSG völlig überraschend mit 20:18 für sich entschied. Und das, obwohl der BSV ein heisser Anwärter auf die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend ist. Der Kommentar von Fockbeks Trainer Heldt dazu:" Buxtehude sieht die Oberliga nur als Beschäftigungsrunde für die Spielerinnen im Überhang".

Anders geht der VfL Bad Schwartau mit den Spielen der Oberliga um. Zwar spielen einige Akteure mit Zweitspielrecht auch im Damenbereich, doch in der Jugendklasse werden die Gegner gleich reihenweise (49:12 gegen ATSV Stockelsdorf; 44:11 gegen HSG Weddingstedt/Henstedt/Delve) quasi dem Erdboden gleich gesetzt.

In der letzten Saison, nahm die Anzahl an Spielabsagen nach der Hälfte der Spielzeit massiv zu.Ob mangelnde Motivation, Resignation oder Spielermangel sei hier nicht näher ausgeführt.

Alle geannten Ausprägungen machen die Klasse unattraktiv und damit die Sportart kaputt. Hier gilt es, mit vernünftigen Ideen und Modi eine für alle Seiten sportliche Herausforderung zu finden.

Jetzt muß sich zeigen, ob in den Landesverbänden nur Kleingeister stecken oder Visionäre, denn sie sind gefordert, hier Abhilfe zu schaffen.

Sicher, Kritik ist einfach zu formulieren!

"Mach doch besser", wird der geneigte Leser jetzt sagen.

"Gern, zumindest eine Idee will ich gern in den Ring werfen"

Ein möglicher Ansatz:

Qualifikation im September (so ist gewährleistet, dass die Ferien zumindest in Teilen eine Pause zur Regeneration ermöglichen; Hallenkapazitäten sollten zu diesem Zeitpunkt ja wieder vorhanden sein). Danach in kleineren Staffeln spielen bis Ende des Jahres. Ab Januar die besten der Gruppenphase zu neuen Einheiten zusammenführen.

Ob dies schon die "eierlegende Wollmilchsau" ist, mögen andere entscheiden, doch es ist ein denkbarer Ansatz, um die Leistungsunterschiede zu reduzieren und so auch vernünftige Saisonziele zu formulieren.

Und mit der Neuordnung in der Altersklasse der C-Jugend bewies der HVSH, dass er solche Wege durchaus auch gehen kann.

Weiter so! Nur nicht stehen bleiben...



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